Tag-Archiv für 'gender'

Di:Day von Dezember bis März

Di:Day von Dezember bis März

Zu den Di:Days im:
> Dezember
> Jänner
> Februar
> März

(mehr…)

Di:Day im November: Geschlechterfantasien – Du musst den Scheiß fühlen!

Ideologiekritische Verfahren zur Faschismusanalyse scheitern in den Tiefen des Subjekts. Das Funktionieren faschistischer Ideologien und ihrer
gesellschaftlichen Entstehungsbedingungen kritisieren zu können, klärt nicht die Frage, wie ein Subjekt faschistisch wird, oder eben nicht.

(Massen-)Psychologische Verfahren hingegen vermögen zwar sich der Frage nach der Umsetzung einer Ideologie auf Subjekt-Ebene zu nähern,
vernachlässigen dabei aber stets das Geworden-Sein des Subjekts als geschlechtliches und nationalisiertes Wesen.

Die bürgerliche Gesellschaft als Nährboden der verschiedenen Faschismen ist ohne Geschlecht und Nationalität nicht denkbar. Somit kann angenommen werden, dass Geschlecht und Nationalität ebenso zu den Voraussetzungen faschistischer Vergesellschaftung zählen.

Ausgehend von der Psychoanalyse des soldatischen Mannes, vorgelegt in Klaus Theweleits „Männerfantasien“, wird der Versuch unternommen, das Geschlecht selbst, seine Verbindung zur Nation und seine Bedeutung für faschistische Ideologien, psychoanalytisch zu zerlegen. Geschlecht und Nation müssen gefühlt werden. Wie funktioniert das? Wie lässt sich dieses Gefühl wieder aufbrechen? Welche strategischen Überlegungen lassen sich daraus für antifaschistische Politiken ableiten?

Dienstag, 10. November 2009, 20:00 Uhr: Wipplingerstraße 23, 1010 Wien

Zu den aktuellen Bildungsprotesten

Seit letzter Woche haben sich Proteste gegen die österreichische Hochschul- und Bildungspolitik etabliert. In Wien begann Anfang letzter Woche die Akademie der bildenden Künste mit einer Besetzung, am Donnerstag wurde das Audimax der Hauptuni für die Zwecke des Protests umfunktioniert. Es folgten TU, Boku sowie weitere Hochschulen in anderen Städten.
Jedoch gibt es – vor allem im und ums Audimax – vielerlei kritisierenswertes. Neben autoritären Tendenzen und mühsamen Diskussionen über die Rolle von Burschenschaftern und anderen Reaktionären zeigte sich vor allem das Thema Sexismus als „Dauerbrenner“ auf der angeblich brennenden Uni.
Im folgenden wollen wir daher die Stellungnahme „Sexismus angreifen“ der Frauen AG dokumentieren, sowie weiters den Aufruf der Autonomen Antifa Wien, der unsereserachtens die Bildungsthematik am prägnantesten erfasste.

„Sexismus angreifen“ – Stellungnahme der Frauen AG
„We don‘t need your education!“ – Aufruf der Autonomen Antifa Wien zur Demo am 28.10.

(mehr…)

Zwei rückblickende Texte zur „feel the difference“-Konferenz in Köln

Vom 5. bis zum 7. September 2008 fand in Köln die Antifa-Konferenz „feel the difference“ statt. Behandelt wurden die Themenbereiche Rechtspopulismus, Islamkritik und Islamismus. Die Gruppe AuA! hielt in diesem Zusammenhang einen Vortrag zu FPÖ und Rechtspopulismus in Österreich (in Wien hier zu hören).
Rückblickend veröffentlichen wir nun zwei Artikel, die auch in der Oktober-Ausgabe der Unique erscheinen werden. Der erste Beitrag stellt einen generellen Rückblick auf die Konferenz dar, der zweite Text will gesondert noch einmal explizit Männerdominanz und sexistische Diskussionsweisen an jenem Wochenende kommentieren.
(mehr…)

Fight the Players, Fight the Game: Männerfußball, Männlichkeiten & nationale Mobilmachung

Der folgende Text ist nicht nur ein Essay über scheinbar pluralisierten Männerfußball als Reservat männerbündischer Strukturen, sondern stellt fest, dass antisexistische Analysen – auch wenn sie ein dringliches Thema veröffentlichen, das medial massiv unterrepräsentiert ist – letztlich nicht genügen, um das Leben für alle Menschen erträglich zu machen. Erscheinen wird er in ähnlicher Form in der EM-Broschüre der Wiener Kampagne „expect resistance: Kein Fußball dem Sexismus!“, wo er sich eingebettet in verschiedenen Grundlagentexte zu sexualisierter Gewalt im häuslichen Nahbereich, Definitionsmacht, Konsequenzen der EM für Frauen usw. befinden wird. Dies ist die aktualisierte Fassung.

Fanblock Österreich
Sport ist ein umkämpfter, widersprüchlicher Aspekt von Kultur. Denken wir an Fußball, scheinen wir dies festzustellen: Zwar sehen wir in Fußballkörben und in Parks vorwiegend junge Männer kicken, während Mädchen als Zaungästinnen fungieren, aber hey: das ist sie ja, die weibliche Fankultur. Und dabei bleibt es ja auch nicht, Filme wie Kick it like Beckham oder Football undercover führen es uns vor: Mädels haben’s drauf und wollen das auch zeigen. Auf den Tribünen des Profifußballs der Männer finden wir bis zu einem Viertel weibliche Fans, und genauso ist Frauenfußballgucken für Männer wie Frauen längst keine peinlich berührende Enthüllung mehr. Faninitiativen wie B.A.F.F. in Deutschland setzen sich aktiv gegen Sexismus und Homophobie auf dem Spielfeld und in den Fanblöcken ein, David Beckham darf sich auf dem Cover eines Schwulenmagazins räkeln und in der Abseitsregel lässt sich längst kein Herrschaftswissen mehr manifestieren. Spätestens seit dem nationalen Schulterschluss der bundesdeutschen Bevölkerung während der Männerfußball[1]-Weltmeisterschaft 2006 weiß auch Österreich: Wir sind Fußball, wer Österreich liebt muss ein EM-Fan sein. Alles klar im anstehenden rot-weiß-roten Freudentaumel, oder nicht? (mehr…)