Archiv der Kategorie 'Aufrufe / Termine'

[Di:Day] Buchpräsentation: Meine roten Großmütter

Meine roten Großmütter

Buchpräsentation mit Vera Schwarz:

Meine roten Großmütter
Politische Aktivität aus der KPÖ ausgetretener/ausgeschlossener Frauen

In der soeben als Buch erschienenen Diplomarbeit geht es um die Frage politischer Aktivität von Frauen, die von einer dreifachen Unsichtbarkeit betroffen sind: Als Kommunistinnen, Frauen und in weiterer Folge als Ex-Parteimitglieder. In der Arbeit werden nicht nur die Rahmenbedingungen politischer Aktivität im Rahmen der KPÖ (insbesondere für Frauen) ausführlich behandelt, sondern es werden auch mit Hilfe fünf ausführlicher Interviews Beispiele für politische Aktivität nach der KPÖ vorgestellt. Damit bewegt sich die Untersuchung in einem bislang wissenschaftlich kaum erforschten Bereich – eine Garantie für spannende neue Erkenntnisse!

Di, 8.6. 20 Uhr // Wipplingerstraße 23, 1010 Wien

Zur Seite des Verlags hier

4.6.: Free Gaza from Hamas!

Die Gruppe AuA! ruft auf zur Beteiligung an der „Free Gaza from Hamas“-Kundgebung am Freitag den 4. Juni am Stock-im-Eisen-Platz. Als Resultat der antisemitischen Artikulationen in den letzten Tagen ist es eine bittere Notwendigkeit, ein entsprechendes politisches Gegengewicht zu formulieren. Besonders die Ereignisse rund um die erste „Friedensdemo“ am Dienstag sowie weitere Übergriffe auf (vermeintliche) Jüd_innen in Wien bestärken die Wichtigkeit der Teilnahme an dieser Kundgebung.
Vermeintlich linke Gruppen, die sich zeitgleich an der Oper treffen, um mit Nationalist_innen und Islamist_innen zusammen gegen die Existenz des jüdischen Staates zu demonstrieren, sind an ihren Taten zu messen und deshalb sicher kein Teil einer emanzipatorischen Bewegung.

In diesem Sinne:
Free Gaza from Hamas!
Freitag, 4. Juni 2010, 15:00 Uhr / Stock-im-Eisen-Platz, 1010 Wien

http://freegazafromhamas.wordpress.com/

12.6.: Good Night Daddy’s Pride

Good Night Daddy's Pride

Am 12. Juni findet in Wien die internationale „Daddy’s Pride“ statt. Hinter der sich nach außen harmlos gebenden „Väterrechtsbewegung“, die den Umzug veranstaltet, steckt aber eine reaktionäre Bewegung die in erster Linie antifeministisch und frauenverachtend ist.
Zur Kritik eben dieser reaktionären Bewegung verfasste das Bündnis „Good Night Daddy’s Pride“ einen Aufruftext gegen die Väterrechtsdemo am 12.6.. Eine Gegendemo trifft sich um 11:00 Uhr (pünktlich) an der Rampe der Uni Wien.
Der Aufruf sowie weitere Informationen u.a. zur Gegendemo finden sich auf goodnightdaddyspride.blogsport.de

Zum Aufruftext:

Good Night Daddy’s Pride

Gegen patriarchale Väter, Trennungsopfer und heterosexistische Zustände

Der immer stärker werdende antifeministische Backlash, der sich vor allem gegen die feministischen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte richtet, hat eine Gruppe von Männern hervorgebracht, die sich unter dem Label der „Väterrechtsbewegung“ organisieren. In diesem Kontext deklarieren sich Männer als pauschale Opfer, behaupten als „Trennungsopfer“ ganz unschuldig von ihren „bösen“ Frauen finanziell ausgebeutet zu werden und dabei keinerlei Rechte „am Kind“ zu haben. Diese Männer bezeichnen sich in Analogie zum verhassten Feminismus als Maskulisten, organisieren sich in Vereinen und Parteien und kämpfen für die „wahre Gleichberechtigung“ aller Männer.
Die stärkste Ausprägung der Männerrechtsbewegung, die seit langem vor allem in den USA, Kanada, Australien, Großbritannien oder Frankreich durch spektakuläre Aktionen oder militantes Auftreten gegen Richter*innen, Feministinnen oder Politiker*innen für Aufsehen sorgt, ist die sogenannte „Väterrechtsbewegung“. Insbesondere durch die „verweiblichte“ Justiz fühlen sie sich benachteiligt und als „Zahlväter“ missbraucht.
Am 12. Juni wollen Vertreter1 dieser zutiefst frauen- und auch kinderfeindlichen Gruppierungen im Rahmen einer europaweiten Daddy’s Pride in Wien auf die Straße gehen um ihre antifeministischen Forderungen kundzutun.
Wir rufen dazu auf, dieser reaktionären Bewegung entschlossen entgegenzutreten!
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Di:Day: Alte Muster – Neue Feinde?

Alte Muster - Neue Feinde?

Alte Muster, neue Feinde?
Zur Vergleichbarkeit von Antisemitismus und (antimuslimischem) Rassismus

Mit der Eskalation des „Kampfes der Kulturen“ kam es rund um die Jahrtausendwende zu paradoxen Verknüpfungen: Ein antirassistischer Antisemitismus scheint nun genauso möglich wie ein rassistischer Antiantisemitismus. Hinter der Behauptung einer grassierenden „Islamophobie“, die dann auch noch mit dem Antisemitismus gleichgesetzt wird, verschanzen sich oft Islamisten und ihre ApologetInnen. Auf der anderen Seite wird – auch um sich den Rechtsextremismusvorwurf zu ersparen – der Ausschluss von Muslimen immer öfter mit dem Hinweis auf deren Antisemitismus begründet. Während im ersten Fall die Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten zwischen Antisemitismus und Rassismus demagogisch überstrapaziert werden, werden im zweiten – oft nicht minder demagogisch – die Unterschiede verabsolutiert und jeder Vergleich als unzulässig bezeichnet. Die vergleichende Analyse von Antisemitismus und Rassismus scheint aber dringend geboten, auch um zeigen zu können, dass Muslime eben nicht die „Juden von heute“ sind.

Di, 11. 5. 2010 – 20:00 Uhr
Wipplingerstraße 23, 1010 Wien

*Update* DiDay im April: „Aufstand in Sobibor“

Aufstand in Sobibor

Am 14.Oktober 1943 gelang Häftlingen im NS-Vernichtungslager in Sobibor der erfolgreichen Aufstand und Ausbruch. Sobibor wurde von der SS neben Belzec und Treblinka als eines der zentralen NS-Todeslager betrieben. Etwa 250.000 Juden und Jüdinnen wurden hier ermordet, die meisten von ihnen aus Polen, den Niederlanden, Frankreich, Belarus, der Tschechoslowakei, Russland, Litauen und Deutschland/Österreich deportiert. Ausbruchversuche in Kleingruppen oder alleine gab es mehrere, einige davon auch mit Erfolg. 1943 wurden jedoch von einer Gruppe von Gefangenen Pläne zum kollektiven Aufstand erarbeitet, die schließlich in die Tat umgesetzt werden konnten, als jüdische Kriegsgefangene aus der Roten Armee eingeliefert wurden, die den notwendigen Umgang mit Waffen beherrschten.

Thomas (Toivi) Blatt war zur Zeit des Aufstandes 15 Jahre halt und hat neben 53 anderen nicht nur den Ausbruch, sondern auch die Zeit im Versteck während des Nationalsozialismus und des Krieges und der Nachkriegspogrome in Polen überlebt. Aktuell ist T. Blatt Nebenkläger im Prozess gegen John Demjanjuk, Wachmann aus dem Lager Sobibor, der in München stattfindet. T. Blatt lebt in Seattle und Santa Barbara, wo das Interview ihm geführt wurde. Es wird ein Rohschnitt davon gezeigt.