Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Auflösungserklärung

Die Gruppe AuA! gibt hiermit nach ungefähr dreieinhalb Jahren politischer Arbeit ihre Auflösung bekannt. Anfangs, als „Autonome Uni Antifa“, vor Allem darauf bedacht, die burschenschaftlichen Umtriebe im universitären Milieu zu bekämpfen, blicken wir inzwischen auf eine teilweise erfolgreiche, teilweise aber auch schwierige Vergangenheit zurück. Während klar gesteckte Ziele wie die Skandalisierung reaktionärer Machenschaften im akademischen als auch parteipolitischen Bereich durchaus erreicht wurden, so bereitete uns die letztendliche Beschränktheit dieses Handlungsfeldes doch Kopfzerbrechen.

Kopfzerbrechen vor Allem über unseren Anspruch, nicht an den offensichtlich-negativen Symptomen hiesiger Vergesellschaftung herumzudoktorn, sondern theoretische wie praktische Gesellschaftskritik zu üben, die die Verhältnisse wie sie sind aus den Angeln zu heben sucht. Zum jetzigen Zeitpunkt müssen wir jedoch konstatieren, dass wir an diesem Anspruch sowie in der Erarbeitung einer Perspektive welche über den Tellerrand bisheriger Teilbereichspolitik hinausweist, gescheitert sind. Eine Debatte über Perspektiven linksradikaler Politik wollten wir beispielsweise mit dem Reader „Wir müssen mal dringend miteinander reden!“ anstoßen, den wir zusammen mit der Autonomen Antifa Wien im vergangenen Jahr veröffentlicht haben. Entstanden ist dieser aus der Feststellung einer gewissen Beliebigkeit politischen Handelns, als Aufhänger und Schwerpunkt diente die vorherige Mobilisierung gegen den WKR-Ball. So wenig wir uns von den kritischen Betrachtungen in diesem Schreiberzeugnis ausnahmen, so wenig ahnten wir jedoch die persönlich-anmutende Betroffenheit mit der Gruppen und Einzelpersonen auf diese reagierten. Für schäumende Münder sorgten kurzzeitig die polemischen Passagen einzelner Texte, nüchtern-formulierte Thesen hingegen wurden mit konsequenter Nichtbeachtung gestraft und es stellt sich uns die Frage wie solche Diskussionen denn nun geführt werden können. Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass sich weder die einzelnen Mitglieder der AuA! im Klaren darüber sind, inwiefern die Gruppe weiterhin als Zusammenschluss funktionieren könnte, noch in welchem Maße gruppenübergreifende Diskussionen neue Wege kritischer Interventionen eröffnen könnten.
Erschwert wurde die Positionen der Frauen der Gruppe durch das sexistische Ausblenden und Kleinmachen der Arbeit der Frauen von Außenstehenden, während sie sich immer wieder mit der Reflexion männlichen Verhaltens in der Gruppe beschäftigen mussten. So konnten Mackervorwürfe der Gruppe gegenüber nicht nur zu produktiven Diskussionen führen, sondern auch Druck auf die Frauen ausüben, die durch die Vorwürfe zum Teil sexistisch ausgeblendet wurden. Hiermit wollen wir Mackertumvorwürfe nicht relativieren, doch sollte die Auseinandersetzung damit nicht dafür herhalten, um andere Formen von Sexismen zu (re)produzieren.

Diejenigen die sich nun freuen haben dies jedoch zu früh getan. In der AuA! haben sich Menschen zusammengetan, die Organisierung – wie schon im Reader behandelt – als notwendige Voraussetzung gesellschaftskritischer Tätigkeit begreifen. Weder schütteln wir dem Bestehenden durch die Auflösung unserer Gruppe resignativ die Hand, noch dürstet es uns danach, als „Freie Radikale“ von einer Aktivität in die nächste zu stürzen.
Auf dann,

eure Ex-AuA`s

Das Archiv auf unserem Blog wird bestehen bleiben so dass sämtliche Texte der Gruppe AuA! dort weiterhin eingesehen werden können.

[DI:Day] 11.1: Know your rights! Rechtshilfeworkshop für neue und alte AktivistInnen

Der WKR-Ball steht wieder ins Haus und somit die alljährlichen antifaschistischen Proteste gegen das braune Auftanzen in der Hofburg. Wir wollen die Mobilisierungsphase nutzen und unser Wissen rund ums Thema Rechtshilfe aufzufrischen und/oder neuen AktivistInnen basics vermitteln. Was darf die Polizei bei Vorfeldkontrollen, wohin mit meinem Handy, Kessel, Schlagstockeinsatz, Tränengas, was mache ich bei einer Festnahme, sind schwarze Schals ein Verstoss gegen das Vermummungsverbot, wie kann die Polizei Kundgebungen auflösen, welchen Zweck hat eigentlich Aussageverweigerung und warum machen Bezugsgruppen nicht nur auf Demos sondern auch in anderen, repressionsgeprägten Zeiten Sinn?

Wir werden uns austauschen, diskutieren, vortragen und uns rechtlich ein bisschen gemeinsam gegen Polizeiwillkür und Repression stark machen!

Dienstag 11.1/ab 20 Uhr
Wipplingerstrasse 23

Burschi-Broschüre online bestellbar

Völkische Verbindungen Die ÖH-Broschüre „Völkische Verbindungen, Beiträge zum deutschnationalen Korporationsunwesen in Österreich“, zu der auch die Gruppe AuA! Beiträge geliefert hat, kann ab sofort auch online per Mail bestellt werden. Die entsprechende Adresse lautet: burschibroschuere(at)oeh.univie.ac.at. Anzugeben sind Name und Adresse, näheres dazu hier.
Darüber hinaus kann die Broschüre auch weiterhin heruntergeladen werden. Das Dokument ist 1,4 Mb groß und im pdf-Format verfasst. Den Downloadlink gibts hier.

29.3.: NS-Black Metal in der Szene Wien

Am 29.03.2010 finden in der Szene-Wien rechtsextreme Konzerte statt. Es spielen international bekannte NS-Black Metal Bands wie Horna, Taake und Angantyr. Siehe: Konzertankündigung

Mittlerweile abgesagt!

> Statement der Szene Wien dazu
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Zu den aktuellen Bildungsprotesten

Seit letzter Woche haben sich Proteste gegen die österreichische Hochschul- und Bildungspolitik etabliert. In Wien begann Anfang letzter Woche die Akademie der bildenden Künste mit einer Besetzung, am Donnerstag wurde das Audimax der Hauptuni für die Zwecke des Protests umfunktioniert. Es folgten TU, Boku sowie weitere Hochschulen in anderen Städten.
Jedoch gibt es – vor allem im und ums Audimax – vielerlei kritisierenswertes. Neben autoritären Tendenzen und mühsamen Diskussionen über die Rolle von Burschenschaftern und anderen Reaktionären zeigte sich vor allem das Thema Sexismus als „Dauerbrenner“ auf der angeblich brennenden Uni.
Im folgenden wollen wir daher die Stellungnahme „Sexismus angreifen“ der Frauen AG dokumentieren, sowie weiters den Aufruf der Autonomen Antifa Wien, der unsereserachtens die Bildungsthematik am prägnantesten erfasste.

„Sexismus angreifen“ – Stellungnahme der Frauen AG
„We don‘t need your education!“ – Aufruf der Autonomen Antifa Wien zur Demo am 28.10.

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