Archiv für November 2010

12.11.: Männer, Macker, Militanz oder: Ein rosa Sternchen macht noch keine Revolution!

Männer, Macker, Militanz

AG Mili tanzt!
präsentiert in Kooperation mit der autonomen antifa [w]

12.11.10 // 19 UHR // Depot
Das Depot – Raum für Kunst und Diskussion // Breite Gasse 3 // 1070 Wien

Männer, Macker, Militanz
oder
Ein rosa Sternchen macht noch keine Revolution!

Welcher Bildsprache bedienen sich antifaschistische Aufkleber und Plakate, was soll dadurch vermittelt werden und ist Militanz auf der Straße oder in der Sprache ein männliches Phänomen, das es als mackerhaft zu entlarven gilt? Was wird unter Militanz verstanden und welche Rolle spielt sie in Zeiten wie diesen in emanzipatorischen Kämpfen überhaupt noch?

Sind auch Feministinnen für militante Aktionen zu gewinnen und wenn ja, dekonstruiert ihre Beteiligung die Zuschreibung von Gewalt und Aggressionen als vermeintlich männliche Eigenschaften? Wie verhält es sich mit emanzipatorischen Bestrebungen im Spannungsfeld von Differenzfeminismus und Queer Theory, wenn plötzlich Frauen im schwarzen Block als „zum Feind übergelaufen“ oder als Quoten-/Alibifrauen bezeichnet werden? Was bringt es, wenn Feministinnen in Antifagruppen (männliche) Selbstreflexion und gendersensibles Verhalten einfordern, dieses jedoch bei Lippenbekenntnissen stehen bleibt und keine emanzipatorische Praxis erkennbar wird? „Verqueeren“ uneindeutige, weil geschlechtlich nicht klar zuordenbare, Bilder von radikalen Aktionen unsere Vorstellungen vom harten, männlichen Streetfighter oder reichen rosa Sternchen auf Aufrufplakaten, um der feministischen Kritik an „Antifa Hooligans“ entgegenzuwirken? Warum finden Parolen wie „Wir nehmen das Neuner-Eisen!“ breiten Zuspruch in der Szenelinken und warum werden
„Schwanz ab“-Rufe als unsolidarisch und gewaltverherrlichend abgelehnt?

Wir werden vortragen, Bildchen ankucken, Fragen aufwerfen und diskutieren!

Wir freuen uns über rege Beteiligung und wollen wieder einmal die eigene Kritik an vermeintlich „männlichen“ Aktionsformen gründlich hinterfragen und zu vielfältigen und eigensinnigen Widerstand aufrufen!