[Presseaussendung] „Rechtsextreme Kontinuitäten auf der Uni und im Parlament bekämpfen“

Utl.: „Raus aus dem Hörsaal – rauf auf die Rampe!“

Wien, Unirampe – Die Gruppe AuA! (Außeruniversitäre Antifa) begrüßt ausdrücklich die morgigen Proteste gegen den Couleurbummel deutschnationaler Burschenschafter an der Universität Wien. „Gerade in Zeiten, in denen die FPÖ gestärkt aus den Wahlen hervorgeht und der Burschenschafter Martin Graf zum Nationalratspräsidenten gewählt wird, ist es notwendig gegen diese rechtsextremen Skandale zu protestieren“, meint Lili Litwak, Pressesprecherin der AuA! „Es ist einerseits inakzeptabel, dass deutschnationale Burschenschaften 70 Jahre nach dem Anschluss an Nazideutschland nicht verboten sind, sondern auf der Unirampe nach wie vor ihre reaktionäre Ideologie zur Schau stellen können. Anderseits ist es skandalös, dass beinahe alle Parlamentsparteien die Verbreitung völkischen und `revisionistischen´ Gedankenguts nicht nur hinnehmen, sondern durch ihre Unterstützung Grafs auch noch aktiv fördern und gesellschaftlich salonfähig machen“, so Litwak weiter.

Die deutschnationale Burschenschaft Olympia, der Graf angehört, lud in den letzten Jahren immer wieder bekannte Akteure des internationalen Rechtsextremismus und Neonazismus (wie David Irving, Frank Rennicke oder Michael Müller) zu sich ein. Dazu Litwak: „An der rechtsextremen Ausrichtung der Olympia ändert auch Grafs rhetorische Distanzierung von allen ‚im Namen einer fehlgeleiteten Ideologie verübten Verbrechen‘ nichts.“ Burschenschaften fungieren in Österreich bis heute als Kaderschmieden sowohl der FPÖ als auch noch weiter rechts stehender Gruppierungen sowie als Hort völkischer Gesinnung und stellen somit auch das gesellschaftliche Bindeglied zwischen (neo-)nazistischen Zusammenhängen und dem Parlament dar, wie sich an der hohen Anzahl korporierter Nationalratsabgeordneter zeigt.

Völkischer Größenwahn, Geschichtsklitterung sowie die Frauenfeindlichkeit dieser Verbindungen stellen somit kein Randproblem dar, sondern werden durch die ungetrübte Durchführung von Veranstaltungen wie dem Mittwochsbummel oder der Wahl des Holocaust-Relativierers Graf (Zitat: `Wenn sie so wollen, waren es Millionen.´) normalisiert und alltäglich. „Dass reaktionäres Gedankengut und großdeutsche Propaganda für die Unileitung nach wie vor salonfähig sind und offensichtlich von einer breiten Mehrheit im Parlament protestlos und kritiklos hingenommen werden, kann und darf jedoch nicht weiter toleriert werden“, meint Litwak abschließend.

Raus aus dem Hörsaal – rauf auf die Rampe!
Treffpunkt: Mi, 29.10.2008, 11 Uhr 30, Rampe der Universität Wien

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1 Antwort auf „[Presseaussendung] „Rechtsextreme Kontinuitäten auf der Uni und im Parlament bekämpfen““


  1. 1 dubsquare Pingback am 29. Oktober 2008 um 15:39 Uhr
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