Archiv für Mai 2008

Sofortige Freilassung aller Gefangenen und Einstellung aller Verfahren!

Gemeint sind wir alle!
(Infos über & Support für die derzeit in Haft befindlichen Tierrechtler_innen)

Die Gruppe AuA! erklärt sich solidarisch mit den Betroffenen der Hausdurchsuchungen und Verhaftungen am 21.5. 08 durch die WEGA sowie andere Einsatzgruppen der Polizei. Die Stürmung von Privatwohungen und das Eintreten von Türen in den frühen Morgenstunden, die Verwüstung privater Wohnräume, die „Beschlagnahmung“ von privaten Besitztümern sowie der Vorwurf der Bildung einer kriminellen Organisation nach §278a STGB ohne jegliche Grundlage zeugen von einem Willkürakt, der lediglich zur Kriminalisierung von Menschen aus der Tierrechtsszene dient und in ähnlicher Form auf andere linksradikale Gruppierungen angewendet werden könnte. Dass beispielsweise das Verschlüsseln von emails in der Argumentation dazu dienen soll, die Vorwürfe der „Verdunkelunsgefahr“ sowie „Tatbegehungsgefahr“ zu rechtfertigen, kann nicht widerstandslos hingenommen werden und lässt weitere Repressionswellen gegen linke AktivistInnen und Strukturen vermuten. Auch die imaginisierte Konstruktion einer kriminellen Vereinigung, der nun alle ungeklärten Fälle vorgeworfen werden, stellt einen neuen Höhepunkt polizeilicher Willkür dar, die keinesfalls toleriert werden kann. Wir fordern daher die sofortige Freilassung aller Betroffenen sowie die sofortige Einstellung aller Verfahren!

Betroffen sind wenige – gemeint sind wir alle!
Solidarität ist eine Waffe!

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Solidaritätserklärung mit der Demonstration gegen das neue bayerische Versammlungsgesetz

Geht es nach dem Willen der Landesregierung, soll zum 1. Oktober in Bayern ein neues Versammlungsgesetz in Kraft treten. In diesem Gesetz werden die letzten der ohnehin schon stark eingeschränkten politischen Freiheiten noch mehr ausgehöhlt: So können Farben und Aufschriften von Kleidungsstücken unter dem Schlagwort “Militanzverbot” als Legitimation für bis zu einjährige Haftstrafen herhalten. Anmelder_innen werden unter Androhung horrender Strafen für das Verhalten “ihrer” Demonstration verantwortlich gemacht. Ein Zustand in dem jede_r Anmelder_in künftig gezwungen sein wird politische Versammlungen aufzulösen, wenn diese den Repressionsorganen nicht passen. Genauso wird gesetzlich verankert, dass Demonstrationen untersagt werden können, wenn dadurch “Rechte Dritter unzumutbar eingeschränkt werden”.

Der staatlichen Aggression nach außen, in Form von rassistischer Abschottung und Auslandseinsätzen, folgt die Repression nach innen: Überwachung und Gesetzesverschärfungen erfüllen dabei die Funktion Unmut und Protest gegenüber den rassistischen, sexistischen und kapitalistischen Zuständen klein und kontrollierbar zu halten. Aufmüpfigen steht ein Heer an Repressionskräften und ein gnadenloser Justizapparat gegenüber. Ein ungleicher Kampf, der künftig wohl nicht mehr mit herkömmlichen politischen Mitteln geführt werden kann.

Doch noch ist dieses neue Level staatlicher Repression nicht beschlossen, noch kann sich – vielleicht zum letzten Mal in dieser Form – politischer Protest auf den Straßen artikulieren. Die Gruppe AuA! [Wien] solidarisiert sich daher mit der Demonstration gegen das neue bayerische Versammlungsgesetz. Wir unterstützen das Bestreben politische wie individuelle Freiheiten einzufordern und zu verteidigen.
Doch steht für uns ebenso fest, dass die Verhinderung des Gesetztesentwurfs nur ein kleiner Erfolg wäre. Ziel kann keine Reform oder Liberalisierung von per se repressiver Staatlichkeit sein. Ziel muss die Überwindung eben der gesellschaftlichen Zustände sein, die Ausbeutungs- und Unterdrückungsmechanismen herstellen und permanent reproduzieren.

Daher:
Feuer und Flamme der Überwachung und Repression!
Für die Assoziation freier Individuen, für eine herrschaftsfreie Gesellschaft!

AuA!
Wien, Mai 2008

Black is beautiful - München, 31.5.08
Check out: Black Is Beautiful

Fight the Players, Fight the Game: Männerfußball, Männlichkeiten & nationale Mobilmachung

[als pdf hier herunterladbar]

Der folgende Text ist nicht nur ein Essay über scheinbar pluralisierten Männerfußball als Reservat männerbündischer Strukturen, sondern stellt fest, dass antisexistische Analysen – auch wenn sie ein dringliches Thema veröffentlichen, das medial massiv unterrepräsentiert ist – letztlich nicht genügen, um das Leben für alle Menschen erträglich zu machen. Erscheinen wird er in ähnlicher Form in der EM-Broschüre der Wiener Kampagne „expect resistance: Kein Fußball dem Sexismus!“, wo er sich eingebettet in verschiedenen Grundlagentexte zu sexualisierter Gewalt im häuslichen Nahbereich, Definitionsmacht, Konsequenzen der EM für Frauen usw. befinden wird. Dies ist die aktualisierte Fassung.

Fanblock Österreich
Sport ist ein umkämpfter, widersprüchlicher Aspekt von Kultur. Denken wir an Fußball, scheinen wir dies festzustellen: Zwar sehen wir in Fußballkörben und in Parks vorwiegend junge Männer kicken, während Mädchen als Zaungästinnen fungieren, aber hey: das ist sie ja, die weibliche Fankultur. Und dabei bleibt es ja auch nicht, Filme wie Kick it like Beckham oder Football undercover führen es uns vor: Mädels haben’s drauf und wollen das auch zeigen. Auf den Tribünen des Profifußballs der Männer finden wir bis zu einem Viertel weibliche Fans, und genauso ist Frauenfußballgucken für Männer wie Frauen längst keine peinlich berührende Enthüllung mehr. Faninitiativen wie B.A.F.F. in Deutschland setzen sich aktiv gegen Sexismus und Homophobie auf dem Spielfeld und in den Fanblöcken ein, David Beckham darf sich auf dem Cover eines Schwulenmagazins räkeln und in der Abseitsregel lässt sich längst kein Herrschaftswissen mehr manifestieren. Spätestens seit dem nationalen Schulterschluss der bundesdeutschen Bevölkerung während der Männerfußball[1]-Weltmeisterschaft 2006 weiß auch Österreich: Wir sind Fußball, wer Österreich liebt muss ein EM-Fan sein. Alles klar im anstehenden rot-weiß-roten Freudentaumel, oder nicht? (mehr…)

[PA]Deutschnationalem NS-Gedenken ein Ende setzen!

Deutschnationalem NS-Gedenken ein Ende setzen!
Utl.: Den 8.Mai, den verlorenen Krieg sowie den Tod von NS-Tätern feiern!

Wien – Die Gruppe AuA! (AntifaschistInnen und Alliierte) kritisiert ausdrücklich, dass deutschnationale Burschenschaften 70 Jahre nach dem Anschluss Österreichs anNazideutschland immer noch nicht verboten sind, sondern ihre antisemitisch, rassistisch und sexistisch gezeichneten Zusammenkünfte nach wie vor sowohl in ihren Buden als auch ganz öffentlich bei ihrem völkisch-revisionistischen „Gedenken“ am 8.Mai durchführen können. „Es ist zum einen ein Skandal, dass das Kriegsende durch die Alliierten am 8.Mai jedes Jahr nur von einer kleinen Anzahl linker Gruppen vor dem Denkmal der Roten Armee gefeiert wird. Auf der anderen Seite ist es inakzeptabel, dass die großdeutsche Propaganda dieser studentischen Verbindungen durch Veranstaltungen wie ihrem reaktionären Gedenken am 8.
Mai nach wie vor gesellschaftlich toleriert wird.“ meint Lili Litwak, Pressesprecherin der AuA!

Burschenschaften fungieren in Österreich bis heute als ideologische Kaderschmiede sowie als Sammelstätte rechtsextremer Gesinnungen und
stellen somit auch das gesellschaftliche Bindeglied zwischen (neo-)nazistischen Zusammenhängen und dem Parlament dar, wie sich an der
hohen Anzahl korporierter Nationalratsabgeordneter zeigt. Lili Litwak: „Dass die Burschis Uhrzeit und Treffpunkt ihres revisionistischen
Gedenkens geheim halten müssen, ist nicht genug. Der Verehrung von NS-Tätern, dem völkischen Größenwahn und Geschichtsrevisionismus, durch die auch „Totenredner“ in den vergangenen Jahren aufgefallen sind, muss ein für alle Mal ein Ende gesetzt werden.“ Die Pressesprecherin spielt damit u.a. auf den FP-Parlamentarier Andreas Mölzer an, der bei seiner Rede vor zwei Jahren nur der eigenen, nicht aber Millionen anderer, nicht-deutscher Opfer gedenken wollte.

Aufruf zur Kundgebung am Schwarzenbergplatz: