Zusammenfassung des Aktionswochenendes in Österreich

Ein warmes politisches Wochenende für Österreich in dieser herbstlichen Zeit.
Eine Hausbesetzung in Graz, eine Solibesetzung in Linz, eine Transpiaktion in Salzburg, ein Aktionstag gegen den (Burschenschafter-)Turmkommers in Linz und eine Demonstration für Bleiberecht in Frankenburg.
Der Versuch einer Zusammenfassung:


Haubesetzung in Graz:

In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde in Graz in der Grazbachgasse 43/45 erneut ein Haus besetzt, um ein autonomes Kulturzentrum aufbauen zu können. Es handelt sich dabei bereits um die dritte Hausbesetzung dieses Jahr in Graz. Nachdem die letzte Besetzung nach 4 Tagen von der Polizei geräumt wurde, und Verhandlungen mit der Stadt nichts als halbherzige leere Versprechungen gebracht haben, möchten die AktivistInnen ihr Anliegen verdeutlichen. Ausgewählt wurde ein Objekt dass seit 10 Jahre leerstehend ist. Geplant sind Dinge, die noch immer keinen Raum gefunden haben – ein Kost- Nix- Laden, eine Bibliothek, Volxküche, Ateliers und Proberäume, etc. – alles frei zugänglich und nach eigenen Bedürfnissen gestaltbar. Der Kost-Nix-Laden war dann auch das erste Projekt das in das neue Haus eingezogen ist. Musikalisches wurde produziert, es gab Strassenbrunch und eine Hand voll Clowns sorgte für Unterhaltung. Da blieb sogar Zeit für Aktionen und ein wenig Reflexion. Die Eigentümerin des Gebäudes, die Ärzte-Kammer Steiermark, wurde von der Besetzung informiert. Nach kurzen Verhandlungen bestanden die AEK darauf, dass die BesetzerInnen das Haus zu verlassen haben. Ansonsten drohe die Räumung
Allen Protestnoten zum Trotz wurde das Haus dann am Dienstag, dem 9. Oktober, nachdem es 5 Tage intensiv benutzt und InstandBesetzt wurde, von der Polizei geräumt. Das Haus wurde verbarrikadiert und eine Sitzblockede musste mit roher Gewalt aufgelöst werden. Die AktivistInnen leisteten bis aufs Dach hinauf passiven Widerstand. Die Polizei ging mit übertriebener Härte an die Sache ran und bekam so das Haus nach etwas mehr als 2 Stunden leer. MedienvertreterInnen wurden, obwohl von den BesetzerInnen gefordert, konsequent von den Geschehnissen ausgeschlossen, so wurde der Kommentator von Radio Helsinki während einer Liveschaltung des Platzes verwiesen.
Schon 20 Minuten nachdem die letzten Leute im Haus waren fand eine Spontandemo mit gut 100 TeilnehmerInnen durch die Innenstadt zum Rathaus statt. Auf dem Weg zur Ärztekammer wurde die Demo dann gestoppt und von der Polizei eingekesselt. Eine Person wurde dabei verhaftet und mittlerweile wieder freigelassen. Die restlichen Personen konnten den Kessel ohne Anzeige verlassen. Das letzte Wort hatten dann aber noch die BesetzerInnen. In ihrer Presseerklärung zur Spontandemo heisst es zum Abschluss: „Caracol kommt wieder!“

Die Besetzer_innen schickten folgende Pressemitteilung aus:
Pressemitteilung – Hausbesetzung am 05.10.2007

* --- Zum dritten Mal in diesem Jahr wurde am Freitag, dem 5.10.2007, in Graz ein Haus besetzt. ---

Wir haben versprochen wiederzukommen. Und wir haben dieses Versprechen gehalten:

Nachdem Verhandlungen mit der Stadt nach der letzten Besetzung im Juli dieses Jahres erfolglos geblieben waren, haben wir uns entschlossen, das Schicksal emanzipatorischer Kultur und Politik ein weiteres Mal in unsere eigenen Hände, die Hände der unmittelbar Betroffenen, zu nehmen. Die Gespräche und die daraus folgenden vagen Vorschläge von Seiten der Stadtpolitik – von denen der konkreteste die Überlassung eines (!) Proberaums im kommerzialisierten Club ppc in der Neubaugasse war – zeugen davon, dass unser Ansinnen keineswegs verstanden wurde.

Uns ist auch klar, dass die Stadtpolitik in einer kapitalistisch geprägten Gesellschaft an der sozialen Situation weder etwas ändern kann noch will. Wer ein Dach über dem Kopf braucht, muss sein Leben lang dafür hackeln, Eigentum an Grund und Boden hat in privaten Händen zu bleiben. Wir können das nicht akzeptieren, denn Wohnen und die Gestaltung des eigenen Lebens muss ein Menschenrecht sein und darf nicht abhängen von herbeiphantasierten Sachzwängen wie „wir müssen Lohnarbeit verrichten um uns etwas leisten zu dürfen“. Das im Neoliberalismus propagierte „there is no alternative“ ist blanker Unsinn – und wir zeigen das.

Aus diesen Gründen wurde am Freitag Abend das Haus in der Grazbachgasse 43/45 von uns besetzt, um es für Kunst-, Kultur- und politische Projekte öffentlich zugänglich zu machen. Das Gebäude steht wie alle anderen bisher besetzten seit mehreren Jahren leer und eignet sich ideal für ein autonomes Kulturzentrum. Wie wir die letzten Male an der Reaktion der Bevölkerung gesehen haben, besteht auch der dringende Bedarf dafür. Geplant sind Dinge, die noch immer keinen Raum gefunden haben – ein Kost- Nix- Laden, eine Bibliothek, Volxküche, Ateliers und Proberäume, etc. – alles frei zugänglich und nach eigenen Bedürfnissen gestaltbar.

Auch dieses Mal sind wir entschlossen zu bleiben! Ein autonomes Kulturzentrum in Graz muss her!

Wir rufen auf zu Mietverweigerung und vielen weiteren Besetzungen!

Mit kämpferischen Grüßen *

linksmitterechts

Die (mittlerweile komplette) Chronologie der Ereignisse:

Tag 5: Di., 9.10. 2007

19:00 Die verhaftete Person ist wieder freigelassen. Eine Pressemitteilung über Räumung und Spontandemo ist draussen: siehe weiter unten.
17:45 Die Polizei „bietet“ den ?DemonstrantInnen an, dass sie ohne Anzeigen aus dem Kessel dürfen. (Also eigentlich das einzig rechtskonforme Vorgehen, wenn eine unangemeldete Versammlung aufgelöst wird.) Eine Person wird verhaftet auf Grund von Dingen, die vor dem Haus passiert sein sollen. Bis dato ist nicht bekannt was ihm vorgeworfen wird. Die Rechtshilfe ist dran. Die Spontamdemo löst sich auf.
17:31 Die Demonstranten werden von der Polizei an der Ecke Neutorgasse/Kaiserfeldgasse gekesselt, mindestens 6 Einsatzwägen sind vor Ort.
17:25 Demo momentan in der Neutorgasse, gefolgt von der Polizei, ca.60 Personen, Ziel unbekannt.
16:58 Spontandemo von ca. 100 Leuten, ?BesetzerInnen und ?PassantInnen sind friedlich richtung Innenstadt unterwegs. Scheinbar alle wohlauf, keine schwereren Verletzungen durch die Räumung.
16:41 Alle Leute heraussen, Polizei sucht noch weiter mit Unterstützung der Feuerwehr und ihrer langen Leiter, schauen in jedes Fenster ob sie nicht noch wen oder was vergessen haben – Sprechchöre:“Ihr seid so lächerlich!“ Vielleicht wolln sie noch Bonuspunkte??
16:38 Es befinden sich noch Leute im Dachboden, wieviele ist nicht bekannt.
16:27 Haus fast vollständig geräumt, viele BesetzerInnen befinden sich noch drinnen, wo ihre Daten aufgenommen werden, bis jetzt keine Verhaftungen.
16:19 Fast alle Leute von den Dächern entfernt, einige sind unten aber noch nicht herausgekommen. Die Polizei agiert mit Würgen und Tritten auf die Köpfe. Trotz extrem brutaler Vorgangsweise seitens der Polizei wird von den HausbenützerInnen nur passiver Widerstand geleistet. Wir sind friedlich, was seid ihr? Eine Person wurde von der Polizei von einem Flachdach zum anderen fallengelassen!
16:11 Es wird von Fußtritten, Hände verdrehen und anderen Übergriffen berichtet.
16:09 Soweit erkennbar, wurde das Dach weitgehend gewaltsam geräumt, man hört Schreie und Rufe nach der Presse. Die Polizei teilt mit: Wer nicht runterkommt wird gewaltsam entfernt.
16:00 Ersten Personen werden vom Flachdach geräumt.
15:58 Polizei am ersten Flachdach.
15:54 Polizei ist im 3.Stock, noch nicht am Dach. Musik tönt aus der Nachbarschaft, das is fein!
15:37 Die Polizei ist in den 1.Stock vorgedrungen, geht dabei ziemlich brutal vor. Sämtliche Presseleute und Politiker wurden aus dem Haus verwiesen bzw. entfernt!!
15:30 Die Polizei ist noch nicht im 1.Stock, Tatjana Kaltenbeck fliegt raus, darf dann doch wieder rein.
15:26 Die Hastüre ist aufgeflext worden. Vorher wurde die Sitzblockade brutal aufgelöst (Kopfumdrehen,…). Das Areal vor dem Haus ist grossflächig abgesperrt. Die Polizei versucht die MedienvertreterInnen aus dem Haus zu entfernen. Das Haus ist innen verbarikardiert. Die Polizei versucht Stock für Stock vorzurücken. Einige AktivistInnen befinden sich auf dem Dach. Außerhalb der Sperrgitter sind immer mehr Leute.
14:53 Die Polizei versucht mittlerweile das Tor zu öffnen.
14:52 Die Polizei versucht, die Räumung vor der Öffentlichkeit (Presse) abzuschirmen. Die Sitzblockade wird aufgelöst. Zitat eines Polizisten: „Entweder Freiwillig oder es tuat weh!“
14:49 Nachdem dieser Newsticker die schriftliche Form der Live Berichterstattung von Radio Helsinki war, gibt es im Moment keine Aktuellen Informationen.
14:44 Der Vertreter von Radio Helsinki wird hinter die Absperrung verwiesen. Klare Einschränkung der Pressefreiheit. Auf Verlangen wurde ihm die Dienstnummer des handelnden Polizisten NICHT gegeben.
14:43 Der Vertreter von Radio Helsinki wird der Ausweis weggenommen. Das alles live auf Radio!
14:41 Die Leute vor dem Haus halten sich gegenseitig fest und werden von der Polizei gewaltsam auseinandergerissen. Es werden weiterhin Menschen weggetragen.
14:38 Weitere 20 PolizistInnen tanzen an.
14:36 Die Polizei beginnt die Leute vor dem Haus wegzutragen. Die Presse ist anwesend.
14:34 Ca 50 PolizistInnen ziehen vor dem Haus auf. Ca. 40 sitzen vor dem Haus. Und skandieren: Wir sind friedlich was seid Ihr.
14:22 Gerade wird die Aufforderung zur Auflösung der Besetzung verlesen. Den AktivisInnen wird 10 Minuten gegeben das Haus zu verlassen ansonsten kommt §50 SPG zum Zuge. Also Auflösung unter unmittelbarer Anwendung von Zwangsgewalt. Kommt alle hin und zeigt euch solidarisch!
14:11 Mittlerweile ca. 10 Polizeifahrzeuge. Die meisten Busse. Einige BeamtInnen sind vermummt und teilweise mit Schlagstöcken ausgestattet.
14:09 Die gesamte Gasse wird von der Polizei mit Tretgittern abgesperrt.
14:07 Direkt vor dem Haus steht ein LKW von er Polizei, auf der anderen Seite ein Infotisch der BesetzerInnen. Direkt vor der Türe gibt es eine kleine Sitzblockade. Die Polizei schafft Tretgitter zum absperren.
14:04 Mittlerweile sind ca. 8 Polizeiautos vorgefahren. AktivistInnen stehen vor dem Haus. Über den Verbleib der vorhin Anwesenden PolitikerInnen ist nichts bekannt. Mehrere MedienvertreterInnen sind vor dem Haus.
14:03 5 Polizeiautos fahren vor das Haus. Die Strasse ist abgesperrt. Das Haus ist von den AktivistInnen geschlossen worden. Riot Cops tanzen an.
14:00 Laut Radio Helsinki befinden sich mehrere Grazer LokalpolitikerInnen im Moment im Haus. Angeblich befürchtet die Polizei Ausschreitungen im Falle einer Räumung und zeigt sich deshalb im Moment zurückhaltend.
11:00: Die Räumung wurde für 12h angekündigt!!!! Kommt und unterstützt uns!!!
10:00 – ab heute 11h gibt es wieder ein Straßenfest mit Brunch und Live Musik im Squat Caracol. Da es wahrscheinlich heute zur Räumung kommen wird, kommt alle vorbei und unterstützt uns!!!!

Mo., 8.10.07

20:00 – Wir haben erfahren, dass entweder heute oder morgen das Haus geräumt werden soll. Eine Räumung noch heute erscheint uns als eher unwahrscheinlich, also: kommt morgen ab in der früh alle zum besetzten Haus und unterstützt uns!!!
18:00 – Die Besetzung hat anscheinend auch Reaktionen in der Stadtpolitik hervorgerufen. Im Laufe des Nachmittags schaute ein Sozialarbeiter der Stadt Graz vorbei und berichtete uns Folgendes: Sozialstadträtin Kaltenbeck-Michl solidarisiere sich mit uns, könne für das Kulturzentrum Caracol nichts tun. Sie wolle sich aber für den Kost-Nix-Laden einsetzen. Von Seiten des Bürgermeister_innenbüros hört mensch weniger: Unser – übrigens schon vor der aktuellen Besetzung verschicktes – Konzept habe mensch dort erhalten, zur aktuellen Besetzung gibt’s keine Stellungnahme. So viel zur Aussendung des Bürger_innenmeisters Sigi Nagl, alle Grazer_innen zu Bürgermeister_innen machen zu wollen. Wir fassen dies als Aufruf zur Gestaltung unseres eigenen Lebens auf – genau das, was wir mit der Besetzung machen!
13:40 – Das Gespräch mit den „Verhandlern“ der AeK war kurz und ergebnislos. Sie wollten auf keines unserer Argumente eingehen, gegangen sind sie mit der Aufforderung das Haus freiwillig zu verlassen. Sie bräuchten das Haus (wörtlich!) „jetzt“ – nachdem es zehn Jahre leergestanden ist. Mehr Zitate in Kürze…
13:30 - Leute von der Ärztekammer sind gerdae vor Ort und sprechen mit den ?AktivistInnen. Zeitgleich ist auch ein ORF Kamerateam wieder da, die Ärztekammer-?VerhandlerInnen wollten die Medien aber nicht beim Gespräch dabeihaben.
13:00 – Der Brunch ist richtig gut besucht, den Leuten macht das Futtern und Feiern in der Sonne richtig Spaß. Getrübt nur durch die Nachricht, dass die Ärztekammer die ?BesetzerInnen über kurz oder lang fix aus dem Haus haben will. Über die Medien mussten wir erfahren, dass sie zwar mit uns reden werden, das Ergebnis soll aber in jedem Fall sein, dass wir aus dem Haus draußen sind. Sollten wir nicht freiwillig gehen, „werde man um eine Räumung nicht herumkommen“ (so der Pressesprecher zum radio soundportal)
11:00 – Der Straßenbrunch beginnt, zuvor war der ORF vor Ort. (Die Kameraleute kommen gegen 14:00 wieder und werden ins Innere unseres Hauses gelassen.) Wir haben die Eigentümerin des Gebäudes, die Ärztekammer Steiermark, kontaktiert. Der Finanzdirektor meinte, dass die Kammer eine Eskalation vermeiden wolle und zu Gesprächen bereit wäre. Pressemitteilung siehe weiter unten. Wir warten jetzt mal auf weitere Reaktionen, da er auch sagte, dass das Ganze nicht in seinem Verantwortungsbereich läge. Es scheint heute aber nicht stressig zu werden. Veranstaltungen, die gestern wegen Zeitmangel nicht stattfinden konnten, werden heute nachmittag nachgeholt.

linksmitterechts

So., 7.10.07

22:00 – Das 2. plenum heute überstanden (trotz Sichtungen von Polizeiwägen), und ja…wir verstehen uns immer noch sooooooo gut!!! :)
18:00 – Das Presseteam veröffentlicht auf Indymedia einen Solibericht über die gestrige antirassistische Demo in Frankenburg.
17:00 – In verschiedenen Gruppen sind die Menschen im Haus damit beschäftigt, Aktionen für den morgigen Tag vorzubereiten. Es ist nämlich einiges geplant – Strassenbrunch inc. Rahmenprogramm (um 11 Uhr, am 08.10.) vor dem Haus.
15:30 – Mehr Menschen kommen ins Haus, um uns zu unterstützen. Der Kost-Nix-Laden lädt alle ein, zu kommen und sich aktiv dran zu beteiligen. Die Workshops verschieben sich auf heute Abend, da im und ums Haus viel zu tun ist – Aufbauen, Putzen, Kochen,…
15:00 – Das schlimmste ist überstanden: die Party und auch das Plenum am nächsten Tag haben nicht zu Resignation und Spaltung zu geführt. Im Gegenteil; eines ist klar: Das Haus werden wir nicht mehr verlassen und die Instandsetzung geht munter weiter.

Sa., 6.10.07

23:30 – Die Stimmung kocht über. Wahnsinn greift um sich. Gummibärlis springen aus dem Fenster, Himbeermarmelade ergießt sich in die Grazbachgasse. Das Kanalsystem kann diese Massen nicht mehr fassen. MARMELADE FÜR AAAALLE!!! Soeben kommt die Meldung herein, dass eine tangotanzende Zebraherde im Keller des Hauses gesichtet wurde. Das Presseteam zieht sich vom Computer zurück, um mitzudiskotieren und meldet sich morgen in alter Müdigkeit wieder.
22:45 – Einige Aktivist_innen hängten ein weiteres Transparent an die Fassade um unsere Solidarität mit dem antifaschistischen Widerstand in Linz zu demonstrieren. Antifaschismus und Besetzungen sind beide ein Teil des Kampfes um eine libertäre Gesellschaft, so die Aussendung dazu.
22:15 – Die Feier ist in vollem Gange, die Stimmung im Haus ist ausgezeichnet! Die Polizei war vor kurzem vor Ort und fotografierte das Haus sowie ein von Unbekannt_innen verschönertes Werbeplakat auf der gegenüberliegenden Straßenseite.
16:00 Im Haus ist ein Garagenplatz vermietet. Der Mieter ist vor Ort und solidarisiert sich mit der Besetzung. Dem Aufruf der Mietverweigerung will er jedoch noch nicht nachkommen:) Erste Gerüchte über die Pläne mit dem Haus sprechen von Abriss und Neubau von weiteren Garagenplätzen, die sich schwerer mit unseren Plänen vereinbaren lassen. ORF Kamera Team war vor Ort
14:30 – Die Vorbereitungen für den heutigen Abend laufen auf Hochtouren. Eine Radiosendung läuft auf Radio Helsinki (www.helsinki.at).
13:45 Mehr Infos zum geplanten Programm heute Nachmittag/Abend: Am Nachmittag wird eine Volxküche eingerichtet, der Kost-Nix-Laden zieht als erste Initiative in das Haus ein! Am Abend werden eine Lesung sowie ein Kost-Nix-Kino veranstaltet, danach gibt’s Musik.
13:00 Die Besetzer_innen sind wieder da! Der Newsticker wird wieder aktualisiert.
03:30 Im Haus ist alles in bestem geordnetem Chaos und chaotischer Ordnung, die Stimmung ist ausgezeichnet. Freude gibt’s vor allem über die Solidaritätsaktion in Linz.
Der BesetzerInnen-Pressedienst verabschiedet sich für heute und bringt ab morgen vormittag wieder Leckerlies.
02:00 Polizei ist nach einem kurzen Gespräch mit den Besetzer_innen wieder fort. Die Lage war entspannt, die Polizei forderte nur auf, „keinen Dreck zu machen“. Es haben sich mehr Menschen aus ganz Österreich ins Haus begeben, einer Schätzung zu Folge sind bereits jetzt 40-50 Besetzer_innen im Haus.
01:40 – zum ersten Mal ist die Polizei mit zwei Streifenwägen vor Ort, um die Lage zu checken.

Fr., 5.10.07

ca. 23:30 – die ersten Leute sind im Gebäude in der Grazbachgasse 43/45 eingtroffen und beginnen, das Haus herzurichten.

linksmitterechts

In der Nacht von Sonntag auf Montag besetzten Menschen kurzzeitig noch eine zweite Immobilie in Graz und zwar in der Wickenburggasse 28.
Die Squatter_innen hinterließen folgende Botschaft:

* Wir unterstützen die besetzer_innen in der Grazbachgasse 45 und erklären uns solidarisch mit ihrer forderung nach mehr freiräumen. Diese stellen die basis dar für eine emanzipatorische praxis, die das herrschende system überwinden kann. Egal ob wohnen, kunst oder politik – oder am besten eine mischung aus allem – ein autonomes kulturzentrum in Graz ist für die gestaltung des eigenen lebens unerlässlich. Um die öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen und um unsere solidariät auszudrücken, haben wir das schon einmal der öffentlichkeit zugänglich gemachte gebäude in der Wickenburggasse 28 in der nacht von Sonntag auf Montag kurzfristig besetzt. *

Bilder von der Räumung
PA: Spontandemo durch Graz
Grüße aus Eisenstadt
Brief an die AEK Steiermark
Go-in im grazer Rechbauerkino
Verhandlungen mit der Ärztekammer
PA: drohende Räumung
PA: Kontakt mit der Eigentümerin
Solibesetzung in Graz
Bilder
Erfahrungsbericht
Solischreiben von den WEG
PA: Kost-nix-Laden zieht ein
PA: zu den Soliaktionen
Newsticker
Pressemitteilung
Bericht auf Radio Helsinki 92.6


Solibesetzung in Linz:

Noch in der selben Nacht in der die Squatter_innen in Graz „Caracol“ besetzt hatten, besetzten auch Menschen in Linz aus Solidarität ein Objekt. Dabei handelte es sich um ein Lagergebäude am Frachtenbahnhof. Die Squatter_innen hinterliessen folgende Botschaft:

* Wir haben heute ein Lagergebäude beim Frachtenbahnhof in Linz besetzt, weil es uns reicht. In dieser Stadt ist es kalt. Wir wollen in unserem Drang nach Freiheit und Selbstverwirklichung nicht auf kommerzielle Angebote angewiesen sein. Es fehlt an politisch-sozial-kulturellen und unkommerziellen Freiräumen. Selbst die sogenannte freie Szene wird ihrem Anspruch nicht gerecht. Die Vorboten der auf uns hereinbrechenden Kulturhauptstadt 2009 lassen da noch Schlimmeres erahnen.
Wir verstehen unsere heutige Aktion auch in einem überregionalen Kontext, als Solidaritätsbekundung zu den freien Radikalen, die heute zeitgleich in Graz erneut ein Haus besetzten.
Durch die zwei Transparente mit den Aufschriften „Freiräume! Hier und jetzt“ und „Dieses Haus ist besetzt“machten wir auf unser Anliegen aufmerksam.

Solidarische Grüße

Freie Radikale Linz *

Besetzung Linz


Transpiaktion in Salzburg:

linksmitterechts

Samstag vormittag erkläreten sich Salzburger_innen solidarisch mit der Besetzung in Graz. Sie gingen zu „noralgischen“ Punkten des salzburger Städtebaus und zeigten, dass auch in Salzburg das Bedürfnis nach selbstgestimmten Freiräumen existiert.

Transpiaktion Salzburg


Turmkommers in Linz:

Vom 5.-7. Oktober fanden in Linz Aktionstage gegen den Burschenschafterkommers am linzer „Anschlusstrum“ statt. Grund der Feierlichkeiten waren 130 Jahre akad. Burschenschaft Arminia Czernowitz zu Linz und 90 Jahre deutschnationaler Burschenschafterturm (genannt „Anschlussturm“)

Am 6. Oktober 18:00 Uhr fand vom linzer Hauptplatz aus eine Demonstration gegen das Treffen der Deutschnationalen statt, die klar in einer antisemitischen, sexistischen, rassistischen und reaktionär-völkischen Traditionen stehen.

Es existierten mehrere Aufruftexte, unter anderem auch dieser der Lagergemeinschaft Mauthausen und des Mauthausen Komitees (Aufruf)

Schon am Freitag den 5.10. gab es rund um den Kommers Menschen die dagegen aktiv waren / sein wollten. Denn im Klosterhof Stiegelbräu auf der Linzer Landstraße trafen sich um 19:30 ca. 100 Burschenschafter. Entgegen der Ankündigung des Stift Neumünster und der Salzburger Brauerei Stiegl, durften die Burschenschafter sich dort den ganzen Abend lange zusammen besaufen.
Der Versuch das vorgelagerte Burschaftertreffen zu stören scheiterte an dem für Linz ungewöhnlich hohen Polizeiaufgebot bzw. der Geschütztheit des Lokals.
Trotzdem konnte am Tag vor der Demo schon gezeigt werden, dass dieses Treffen nicht ohne spürbaren Widerstand über die Bühne gehen wird.

In der Nacht von Freitag auf Samstag verklebten Neo-Nazis noch die Linzer Innenstand und die Gegend rund um das Jugendzentrum „Ann and Pat“ ihre Nazi-Aufkleber (bayrische JN, NPD, Autonome Nationalisten). Jedoch waren die Aufkleber nicht lange an ihren Bestimmungsorten, da fleissige Antifaschist_innen alsbald die Sticker entfernten

linksmitterechts

Der zweite Tag begann mit einem Zusammentreffen der Burschenschafter am so genannten „Anschlussturm“. Dort trafen sich ab ca. 10:00 ebenfalls rund 100 Burschenschafter zu einem „Kommers“ im Turm. Von außen betrachtet wirkte dieser Kommers eher wie ein gelangweiltes pflichterweisendes Herumstehen. Um 12:00 haben sich die Burschis dann mit einem Bus bzw. PKW´s auf den Weg weg vom Turm wieder richtung Innenstand aufgemacht.

Das geplante Symposium der Burschenschafter konnte nicht auf der Linzer Uni stattfinden. Schuld daran sind nicht zuletzt die Burschis selber, die ihre Veranstaltung unter einem völlig anderem Thema angegeben hatten und sich so die Uni vergrämt haben.

Um 18:00 Uhr begann dann die antifaschistische Demo gegen den Turmkommers. Im folgenden dokumentiert der Newsticker die Ereignisse rund um die Demonstration:

linksmitterechts

+++++Newsticker+++++

18:00: Beginn der Demonstration am Hauptplatz in Linz
18:20: Mindestens 200 AktivistInnen am Hauptplatz, wenig Polizei
18:30: Polizei sperrt Humboldstrasse bei Ecke Bismarkstrasse mit Gittern, dort sammeln sich zahlreiche Burschenschafter im schwarzen Anzug
18:50: ca. 400 AktivistInnen am Hauptplatz
19:10: Demonstration mit ca. 470 TeilnehmerInnen ist unterwegs
19:20: Demo zieht am Klosterhof vorbei, drinnen sind ein paar Burschenschafter, davor Polizei
19:27: Demo ist am Vereinshaus angekommen, die Polizei hat das Haus abgesperrt. Vom Balkon des Hauses wird herunter gefilmt.
19:31: Nur 50 PolizistInnen schützen das Vereinshaus. DemonstrantInnen werfen Farbbeutel und Knallkörper in Richtung des Vereinshauses. Die Polizei konzentriert sich aber auf Menschen, die Transparente halten.
19:33: Rauch in der Straße vor dem Vereinshaus, mehr Beamte werden hinter den Absperrgittern heran gezogen
19:41: Demoleitung möchte, dass die Demonstration friedlich bleibt und drängt zum weitergehen
19:43: Demo geht Richtung Schillerplatz weiter
19:45: ca. 500-600 Leute auf Demo, die den Schillerplatz erreicht hat
20:00: Demoleitung hat Demo aufgelöst und ersucht die AktivistInnen um Verlassen des Schillerplatzes

+++++Nach der Demonstration+++++

20:50: BFJler ziehen Sprüche skandierend über den Hauptplatz

linksrechts

Den Antifaschist_innen in Linz wurden noch solidarische Grüße aus Graz geschickt.
Hier die Botschaft:

* In Linz laden deutschnationale Burschenschafter zu einem Kommers mit internationaler rechtsextremistischer Beteiligung. Wir wissen, dass viele AntifaschistInnen derzeit an der Demo gegen diesen Kommers teilnehmen. Antifaschistische Aktionen und Hausbesetzungen sind Teil eines Kampfes um eine befreite und libertäre Gesellschaft. Deshalb richten wir unseren FreundInnen in Linz solidarische und herzliche Grüße aus!

Liebe und Kraft – eure Grazer HausbesetzerInnen

Gebt den Nazis die Straßen zurück, Stein für Stein, Stück für Stück! *

Bericht auf Radio Widerhall / ORANGE 94.0
Feature auf Indy.at
Newsticker
Bericht
Bilder
Burschis
Grüße aus Graz

Video der Antifa Linz von der Demo gegen den Turmkommers:


Demo gegen Abschiebungen in Frankenburg:

Am 6. Oktober 2007 um 10:00 versammelten sich an die 500 Menschen am Marktplatz in Frankenburg in Oberösterreich, um gegen die Abschiebepraxis in Österreich zu protestieren.

Anlass für die seit mehreren Tagen massive Kritik an Abschiebungen – auch in den Medien – war die Flucht der 15jährigen Arigona vor den Abschiebebehörden. Seit 26 September 2007 ist sie untergetaucht und mittlerweile versuchen die Behörden sie gar mittels Peilung ihres Handys ausfindig zu machen. Laut Medienberichten soll dies schon gelungen sein. Nichts desto trotz fordert Arigona die Rückkehr zumindest ihrer beiden jüngeren Geschwister. Der Vater und vier der Kinder wurden mittlerweile mittels Charterflugzeug abgeschoben, während die Mutter bleiben durfte, um ihre Tochter zu suchen. Sie erlitt in der Folge einen Nervenzusammenbruch und kam ins Spital.

Die Demonstration führte nach einer Auftaktkundgebung eine kleine Runde durch den Ort, am Haus der zum Teil abgeschobenen Familie vorbei, wieder zurück zum Marktplatz, wo eine Abschlusskundgebung mit zahlreichen Reden von ProminentInnen, PolitikerInnen und UnterstützerInnen statt fand. Kurz nach 12:00 wurde die Kundgebung beendet.

Auf der Demonstration gab es sehr viele Transparente und Plakate. Die FreundInnen der Familie forderten dort die Rückkehr der Abgeschobenen, ein Aufenthaltsrecht und eine Änderung der Abschiebepolitik.

linksmitterechts

Bleiberechtsdemo Frankenburg (indy.at)
Bleiberechtsdemo Frankenburg (no-racism.net)